Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.

 

Weißes Gefängnis

 

Ich sah auf das Wasser, aber nicht weiter als bis zur Brandung. Wenn ich den Blick hob und zur anderen Seite des Sees blicken wollte, so sah ich nur eine weiße Wand. Es war unmöglich durch den Nebel hindurch zu sehen. Keine Ahnung wo das Wasser endete und das Ufer begann. Nichts ließ erkennen wo der Himmel anfing und die Berge endeten. Der Horizont selbst war verschwunden. Sah man direkt nach oben, so sah man nichts als weiße Wolken. Im Westen war eine helle Scheibe zu erkennen, nicht größer als ein Teller und genau so weiß - die Sonne.

Egal wohin man sah. 360° um einen herum war nur weiß. Es war erdrückend. Ich fühlte mich eingesperrt. Bedroht von der Unwissenheit was hinter meiner ausgestreckten Hand geschah. Ich fürchtete der Nebel würde mich ersticken. Ich hörte Schritte hinter mir. Gedämpft – als würde der Nebel selbst den Schall verschlingen.

Du wirst auf das Internat gehen. Und damit Ende.“ sagte mein Vater. Allein seine tiefe Stimme durchdrang den Nebel unverfälscht. Er ging wieder, ohne gesehen zu haben, wie die Tränen leise über meine Wangen rollten. Es war nicht der Nebel, der mich einsperren wollte. Es war mein Vater. Und um mich zu wehren war es zu spät.

 

 

 

 

Nach oben

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.