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Texterörterung:

Meine Daten sind frei“

 

Der Autor Götz Hamann beschreibt in seinem Artikel „Meine Daten sind frei“ einen gesellschaftlichen Wandel, der in den letzten vier Jahren stattgefunden hat.

Immer mehr Menschen stellen ihre privaten Daten ins Netz. Im ersten Textabschnitt verweist Hamann darauf, dass soziale Netzwerke, wie zum Beispiel Facebook, einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführten und diesen auch dokumentierten. Sie würden das Ende der Privatsphäre ankündigen und die Grundfeste bürgerlicher Freiheit in Frage stellen. Alt Nutzer von sozialen Netzwerken erstelle man einen persönlichen Steckbrief und entblöße sich durch diese Angaben regelrecht.

Hamann fragt ebenso nach Gründen, sich bei sozialen Netzwerken anzumelden. Hierfür gäbe es eine Vielzahl, aus der sich ein jeder Nutzer seine individuelle Intention heraussuche. Für die meisten jedoch gehe es vor allem um Kommunikation. Einer der Hauptgründe sei, dass man sich nicht allein fühlen wolle. Viele nützten die Internetkommunikation aber auch um Kontakt zu Freunden im Ausland zu halten. Dabei vergesse man allzu oft, dass neuerdings jedes Wort gespeichert werde und soziale Netzwerke riesige Datenbanken seien. Wegen der Speicherung von persönlichen Daten, verlangt Hamann, müsse die Gesellschaft neu über den Kern bürgerlicher Freiheit verhandeln. Außerdem frage man sich, was künftig noch privat sei, weshalb sich auch der Datenschutz ändern müsse. Hamann behauptet ebenso, dass man die Zugriffsrechte des Staates einschränken und strenger kontrollieren sollte.

Die Offenheit gegenwärtiger Generationen sei ein starker Gegensatz zu den Aufständen der Achtzigerjahre, in denen die Bürger gegen eine Volkszählung demonstrierten, bei der sie persönliche Daten angeben müssten. Damals habe man dies als Eingriff in die Privatsphäre gesehen und die Regierung des Kontrollwahns beschuldigt. Hamann behauptet, dass heutige Bürger hiermit kein Problem mehr hätten und der Welt freiwillig Einblick in ihren Privathaushalt geben würden. Er sagt, dass Exhibitionismus heutzutage normal sei, man jedoch aufpassen müsse nicht zu viel preiszugeben da das Internet nichts vergesse.

Laut Hamann würden die sozialen Netzwerke die Menschen beeinflussen, indem sie sie für einen gesellschaftlichen Wandel öffneten und ihren Widerstand lockerten. Er legt sich nicht fest, ob ein Wandel gut sei, macht jedoch Vorschläge ihn in einem geeigneten Rahmen zu halten. So schlägt er zum Beispiel vor, dass Firmen regelmäßig löschen müssten um Daten-Marketing zu verhindern.

Hamann erklärt in seinem Artikel, dass ein Wandel hin zu einer liberalen Gesellschaft ein guter Weg für die Welt sei. Offenheit müsse gefördert werden um die Toleranz gegenüber Fehltritten und Eigenartigkeiten zu stärken und so die Menschlichkeit des Menschen alltäglich zu werden zu lassen.

 

Obwohl Götz Hamann den Gesellschaftlichen Wandel hin zu einer liberalen Gesellschaft als eine gute Entwicklung ansieht, gibt es viele Argumente, die die Tür zu einer Gegenentwicklung öffnen.

Das erste und wichtigste Argument dieser Gegenentwicklung ist der Mangel an Kommunikation. Wenn der Mensch nicht täglich mit anderen Menschen persönlichen Kontakt hat, wird er früher oder später die Fähigkeit zu Kommunizieren verlieren. Den Menschen wird es schwerer fallen Fremde anzusprechen und mit Freunden zu interagieren. Mit jeder Generation wird mehr Wissen verloren gehen, bis eines Tages nur noch über das Internet Kontakt gesucht werden wird.

Das Internet selbst ist ebenso eine Gefahr für den Menschen. Es dauert nicht einmal ein paar Minuten, bis eine Neuigkeit für die ganze Welt erreichbar ist. Doch das gilt nicht nur für Neuigkeiten, sondern auch für radikale Meinungen, Drohungen und Verleumdung. Im Fall der 11-jährigen Lena, der Vergewaltigung mit anschließendem Mord, gab es zum Beispiel einen Aufruf auf Facebook, den vermeintlichen Mörder umzubringen. In wenigen Stunden hatten sich mehrere Menschen vor der Polizeiwache versammelt. Daher ist das Internet auch eine große Gefahr, die aber wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten ist. Man könnte jedoch versuchen, diese Gefahr zu verringern, indem man Sozialen Netzwerken strengere Richtlinien gibt.

Eine liberale Gesellschaft, die alles toleriert und nichts mehr für Falsch erachtet, wird unsere Welt (vermutlich) nicht weiterbringen können. Es ist in unserer Gesellschaft wichtig, Falsch und Richtig, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Man muss verhindern, dass Betrug, Körperverletzung oder gar Mord ohne Bedenken und schlechtes Gewissen geschehen können.

Menschen, die ohne Nachzudenken ihre persönlichen Daten im Internet angeben, müssen außerdem um deren Sicherheit fürchten. Es ist wichtig Datenmarketing zu verhindern und so die Menschen zu schützen. Eine liberale Gesellschaft darf nicht akzeptieren, dass Manche Geld mit den Daten – und damit mit dem Leben – Anderer verdienen.

 

Bei all diesen negativen Aspekten einer Liberalisierung darf man die Vorteile einer offenen Gemeinschaft nicht vergessen.

Eine freie Gesellschaft schließt keine Minderheiten aus und lässt niemanden allen. Das heißt, man muss sich nicht mehr einsam fühlen und kann darauf bauen, dass in großer Not Hilfe naht. So könnten Katastrophen einen Teil ihres Schreckens verlieren und Trauer leichter bewältigt werden. Insgesamt könnte die Weltbevölkerung enger zusammenrücken.

Das Internet, das ein Stück einer liberalen Gesellschaft ist, bietet vor allem die Möglichkeit schneller Kommunikation. Dieser Aspekt hat nicht nur schlechte, sondern vor allem positive Aspekte. Durch das internationale Netzwerk ist es kinderleicht Freundschaften ins Ausland zu schließen und zu pflegen. Die unterschiedlichen Länder und Kulturen können enger zusammenwachsen – besser zusammenhalten.

Eine liberale Gemeinschaft – das heißt Toleranz und Zusammenhalt. Niemand muss fürchten für seinen Glauben, seine Überzeugungen, seine Ängste oder Hoffnungen ausgegrenzt zu werden. Man kann denken, sagen und tun was man möchte und bleibt dennoch normal. Jeder kann seine persönliche Freiheit nutzen ohne Angst vor der Meinung Anderer. Eine liberale Gesellschaft könnte sogar die Anzahl psychischer Krankheiten verringern.

Das wichtigste an der Toleranz einer liberalen Gemeinschaft ist jedoch die Akzeptanz. Jeder Mensch wird so akzeptiert, wie er wirklich ist. Mit allen Fehlern und Schwächen. Es müsste nicht länger darum gehen, wer der Stärkste, Schnellste – wer der Beste ist, sondern es könnte nur noch um den Menschen gehen. Und das Menschlichste am Menschen – seine Fehler – müsste nicht länger versteckt werden.

Schlussendlich kann man sagen, dass Götz Hamann Recht hat, wenn er den Wandel der Gesellschaft als etwas Gutes beschreibt. Jedoch ist nicht sicher, ob der Weg dorthin – über das Internet und die freie Datenvermarktung, sowie die fehlende Kommunikation – ein guter Weg ist. Er birgt viele Nachteile und man fragt sich, ob es nicht auch anders zu einer liberalen Gemeinschaft kommen kann.

Meiner Meinung nach, gibt sich unsere Gesellschaft bereits sehr liberal. Sie muss nur noch lernen es auch zu sein.

 

 

 

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