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Facebook

 

Facebook fragt mich immer „Wie war dein Tag?“. Ich frage mich dann immer: „Hmm, gute Frage: Wie war mein Tag denn?“ Und dann denke ich darüber nach und finde eine Antwort. Vielleicht war er gut. Vielleicht bin ich gerade einfach glücklich ich selbst zu sein. Vielleicht hat mich an diesem Tag etwas schockiert. Vielleicht hat er etwas hervorgebracht vor dem ich große Angst habe. Vielleicht macht er mich traurig. Und vielleicht war es auch ein ganz normaler Tag, an dem ich nichts besonderes getan habe. Ich finde meine Antwort immer, und trotzdem schreibe ich sie nie. Warum eigentlich nicht?

Ganz einfach: Wenn Facebook mich fragt: „Wie war dein Tag?“, dann soll ich es erzählen. Und wenn ich es erzähle, erzähle ich es der ganzen Welt. Und wenn die ganze Welt weiß wie mein Tag war, ist es dann noch mein Tag?

Zeit sollte etwas sein, dass niemand einem wegnehmen kann. Etwas, dass man nur mit den Leuten teilt, die einem wirklich am Herzen liegen. Und nicht mit der ganzen Welt. Was bringt es mir, wenn die ganze Welt mir sagt: „Ich wünsche dir viel Glück dabei!“ oder „Das tut mir wirklich Leid!“, aber niemand meint es ernst? Was bringt es mir, wenn ich meinen Freunden nur noch Dinge über mich erzähle, wenn ich online bin? Sind es dann noch meine Freunde? Nein, eigentlich nicht. Jeder könnte immerhin auf der anderen Seite des Bildschirms sitzen und mir sagen, dass er immer für mich da ist. Es ist viel wichtiger persönlicher mit den anderen zu reden. Persönlich für sie da zu sein. Nicht nur als Profil auf irgendeiner Website.

Und wenn Facebook mich das nächste Mal fragt: „Wie war dein Tag?“ Dann denke ich vielleicht darüber nach, aber es geht Facebook dann auch überhaupt nichts an.

 

Facebook fragt mich immer: „Wie geht es dir?“. Ich frage mich dann immer: „Willst du das wirklich wissen?“.

Wenn ich auf Facebook mit jemandem chatte, dann läuft das in der Regel so: „Hi.“ - „Hi.“ - „Wg?“ - „Gut, und dir?“ - „Auch gut.“. Aber wann ist das bitte ernst gemeint? Geht es mir denn immer gut, wenn ich auf Facebook bin? Nein, bestimmt nicht. Meistens bin ich nur zu faul mich zu erklären. Aber ist das richtig? Sollen wir uns hinter diesem kleinen Wort „Gut“ verstecken? Uns eine Mauer daraus bauen, bis keiner uns mehr kennt?

Wie oft am Tag schreibt man „lol“, wie oft am Tag sendet man einen einfachen Smiley „ :) “ oder vielleicht sogar „ :D “. Aber lache ich dabei wirklich? Seltenst. Hinter einem Bildschirm können wir sein, wer immer wir wollen. Wir können eine Rolle spielen, die irgendwann so selbstverständlich wird, dass wir gar nicht mehr merken, dass es nur eine Maske ist. Aber ist es gut, immer eine Maske zu tragen? Man sagt doch immer, dass man man selbst sein muss, um glücklich zu sein. Warum verstecken wir uns dann hinter einem Bildschirm und schreiben „lol“ und dass es uns „gut“ geht?

Ganz einfach: Weil wir verlernen wir selbst zu sein. Wir haben regelrecht Angst davor. Und warum? Weil niemand mehr er selbst ist. Und warum? Ich weiß es nicht.

Manchmal denke ich mir, dass es gar nicht möglich ist „man selbst“ zu sein. Man hat so viele verschiedene Seiten und Eigenschaften, und es kommt immer auf die Menschen um einen herum an, welche davon zu Tage treten. Manchmal fühle ich mich noch wie ein kleines Kind, verletzlich und naiv. Und so bin ich dann auch. Und dann gibt es Situationen, in denen denke ich mir: „Warum verhältst du dich so? Du bist doch eigentlich schon groß! Du kannst es besser!“ Aber das stimmt nicht immer. Ja, ich bin schon groß. Ich habe eine selbstbewusste Seite, eine sensible Seite, eine Seite, die durchaus in der Lage ist selbstständig zu Leben – auf sich allein gestellt. Aber muss ich deswegen meine Kindheit hinter mir lassen, wenn ich doch noch ein paar Jahre davon vor mir habe? Muss ich mich deswegen von meiner naiven Seite abwenden? Nein, danke. Darauf habe ich keine Lust.

Und wenn Facebook mich das nächste Mal fragt: „Wie geht es dir?“. Dann denke ich mir nicht: „Warum ist es ausgerechnet Facebook, dass mich das fragt, und nicht jemand den ich kenne?“ Sondern dann denke ich mir: „Tja, Facebook, du bist nur ein Programm. Du musst mich fragen, wie es mir geht. Aber meine Familie, meine Freunde, die müssen nicht fragen. Die können es sehen.“ Und deswegen, Facebook, geht es dich auch nichts an.

 

 

 

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