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Der nackte Wahnsinn“ auf der Bühne in Friedrichshafen

Das Potsdamer Theater zu Gast im Graf-Zeppelin-Haus

 

 

Am 26.02.2013 war das Potsdamer Theater zu Gast im Graf-Zeppelin-Haus, Friedrichshafen, um die sozial-kritische Komödie „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Fray darzubieten.

In dem Stück aus dem Jahr 1982 spielen die Schauspieler Schauspieler, die kurz vor der Premiere ihres neuesten Stückes „Nackte Tatsachen“ stehen. Bei der Generalprobe im ersten Akt kann noch keiner seinen Text und alles geht drunter und drüber.

Der zweite Akt spielt hinter der Bühne und zeigt die persönlichen und Zwischenmenschlichen Probleme der Schausteller. Affären, Eifersucht und Klatsch stellen hier die Grundlage des Handlungsstranges.

im dritten und letzten Akt, nach einer 20-minütigen Pause, spielt das Stück im Grunde sich selbst. „Nackte Tatsachen soll aufgeführt werden und kann selbst durch ausgiebige Improvisationen nicht mehr gerettet werden.

Da Michael Fray Engländer ist, sind ihm die in Großbritannien so beliebten Schmierenkomödien bekannt, in denen es ohne eigentlichen Inhalt um Gefühle, Verwechslungen und Missverständnisse geht, so wie in „Nackte Tatsachen“. Mit seinem Stück „Der nackte Wahnsinn“ kritisiert er die Konsumgesellschaft und ihren Theater-, Film- und Fernsehgeschmack. Er parodiert die Farce der gewöhnlichen Komödie und lässt so ein witziges Stück entstehen, das seine Aufführung durchaus verdient hat.

 

Die anfängliche Skepsis der Zuschauer in Friedrichshafen wurde durch anfänglich schlechte schauspielerische Leistungen noch bestärkt. Nach einer Weile fanden die Schauspieler jedoch in ihre Charaktere hinein und konnten so ihrer Rolle gerecht werden. Der erste Akt zog sich durch immer gleiche, sich wiederholende Dialoge leider ewig hin.

Im zweiten Akt wurde mehr Musik gespielt als auf der Bühne gesprochen. Gellende Schreie und ausladende Gesten sollten stattdessen die Handlung veranschaulichen. Durch die Gleichzeitigkeit auf der großen Bühne fiel es schwer hierbei jedem Handlungsstrang zu folgen.

Der dritte Akt jedoch war großartig. Es folgten viele Witze, Pointen und Missverständnisse aufeinander, sodass man kaum noch aus dem Lachen herauskam.

Beeindruckend an der Inszenierung war vor allem das drehbare Bühnenbild. Eine solch detaillierte Bühne auf der Bühne zu konstruieren erfordert großes künstlerisches, wie technisches Geschick. Sah man im ersten Akt noch die Kulisse von „Nackte Tatsachen“, so konnte man in zweiten Akt einen Blick hinter dessen Bühnenbild werfen.

Insgesamt war „Der nackte Wahnsinn“ ein tolles Stück, dessen Höhepunkt in den Schlussteil fiel. Verwirrung und zeitweise Langeweile wurden durch ein tolles Bühnenbild und Lachanfälle im dritten Akt wieder aufgewiegelt. Freunde des modernen sozial-kritischen Theaters kommen auf ihre Kosten, für alle anderen ist das Stück nicht empfehlenswert.

 

 

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